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die e-zigarette: eine alternative zum rauchen?

Rauchen ist gefährlich. Rauchverbote setzen Unbelehrbaren oder Eingefleischten zu. Beides führte zum Nachdenken. In China nämlich, wo findige Erfinder dem Problem mit der e-Zigarette, der elektrischen Zigarette oder elektronischen Zigarette begegnen wollen. Diese e-Zigarette ist ein Gerät bestehend aus Akku, Zerstäuber und Depot.

Wie funktioniert die e-Zigarette? Sie sieht aus wie eine „echte" aus und der eRaucher („Dampfer") zieht daran – wie gewohnt. Das setzt nun den Akku in Gang, der den Zerstäuber betreibt. Aufgabe des Zerstäubers ist es, eine Trägerflüssigkeit, die sog. „Juice", zu erhitzen – na ja, und zu zerstäuben eben. In dieser Trägerflüssigkeit (Propylenglycol) sind Nikotin und Aromastoffe gelöst, und der erzeugte Dampf vermittelt die Illusion des Rauchens.

Da setzt nun allerdings die Hoffnung ein. Der Zigarettenrauch ist das Ergebnis der Verbrennung von Tabakblättern und enthält nicht nur Nikotin, sondern Teer, tausende von chemischen Zusätzen, mehr als 60 Karzinogene und Kohlenmonoxid. Der Dampf nur Nikotin und Aromastoffe. Und so will man gerne glauben, dass die e-Zigarette, wenn nicht gesünder, so doch „sicherer" sei. Das mag dem gemeinen, gesunden Menschenverstand so erscheinen, doch wissenschaftliche Belege gibt es dafür bisher noch keine.
Außerdem sind zwar die Anschaffungspreise für die e-Zigarette recht steil, aber im Verbrauch holen sie auf, und so rechnet der „Dampfer" nur mit einem Fünftel der sonstigen Kosten. Auch fällt keine Tabaksteuer an, da niemand weiß, was dieses Gerät nun eigentlich ist.

Ob man damit aufhören kann zu rauchen, ist bestenfalls umstritten. Wie bei allen Nikotinersatzprodukten wissen wir nicht, inwiefern sie tatsächlich helfen, denn nur 5% aller Raucher schaffen es überhaupt. Damit werben will man jedenfalls nicht, denn täte man das, so wäre die e-Zigarette schnell medizinisches Gerät, und die „Juice" Medizin – da man eine Nikotinentwöhnungstherapie anböte.

Das führt zu rechtlichen Frage: ist die e-Zigarette „Medizin", dann darf sie nur in Apotheken verkauft werden, und alle Hersteller müssen für ihre Produkte ein langfristiges Zulassungsverfahren durchlaufen. Das ist teuer, und die meisten Produzenten sind chinesische Kleinunternehmer, die nicht über den entsprechenden finanziellen Rückhalt verfügen. Das wäre wohl das Aus für die elektrische Zigarette, jedenfalls als breitenwirksames alternatives Nikotinprodukt.

Das ist nämlich, worauf die Anhänger der e-Zigarette hoffen. Ein Interview mit David Sweanor macht dies deutlich. Er erklärt, wenn auch die e-Zigarette nicht mit der Nikotinsucht aufräume, so sei eine elektrische Zigarette wesentlich „sicherer" und werde helfen, Millionen von Leben zu retten. Unsere Gesellschaft müsse lernen zu verstehen, dass Menschen Nikotin konsumieren wollten, und ihnen zu ermöglichen, dies mit möglichst wenig Schaden zu tun. Nikotinersatzprodukte " und deren Verbreitung wird den Tod von hunderten Millionen Toden vermeiden helfen, die Hersteller erfolgreicher Produkte werden eine unsagbare Menge an Geld verdienen und eine Unzahl von Arbeitsplätzen werden entstehen, so wie sich dieser Markt transformiert. Selten gab es eine Chance, Milliardär zu werden und gleichzeitig Millionen von Leben zu retten. Ich glaube, manche werden sie ergreifen." (David Sweanor)